Matthias Berg Dokumentarfotografie


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Deutsche Eiche vs. Borstenschwein

0.07.2016. 3. rechtsradikale „Merkel muss weg!“-Kundgebung in Berlin

Vor dem Berliner Hauptbahnhof bricht die versammelte Menge in zustimmendes Gejohle aus. So eben hatte Eröffnungsredner Manfred Rouhs erklärt, dass in wenigen Jahren Deutschland nur noch von „Freunden“ umgeben ist: Von einem FPÖ-regiertem Österreich, einem Frankreich mit Marine Le Pen als Staatschefin oder einem Holland, welches von Geert Wilders angeführt wird. Pro-Deutschland-Chef Rouhs prophezeit, dass diese Umbrüche entsprechende Auswirkungen auch auf die politischen Machtverhältnisse in Deutschland haben werden. In Richtung protestierender Antifaschisten ruft Rouhs: „Was schert es eine deutsche Eiche, wenn sich ein Borstenschwein an ihr scheuert!“27Man mag angesichts der Teilnehmerzahl von 1000 Personen sowie der äußeren Erscheinung Rouhs vielleicht über solche Sprüche lächeln. Doch das hier versammelte vielfältig zusammengesetzte rechte bis rechtsradikale Spektrum, wie wir es schon von den Dresdner Pegida-Kundgebungen kennen, läßt für die weitere Zukunft Schlimmes befürchten. Gerade hat der Wahlkampf in Berlin begonnen. Die Kleinstpartei Pro Deutschland, die NPD oder die AFD werden ihn dazu nutzen, um die gesellschaftliche Stimmung weiter zu vergiften.31Weitere Fotos von den Kundgebungen am 30.07. und 07.05. gibt es hier: Weiterlesen


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Wohin steuert die Türkei?

_Y2B7529Nach dem jüngsten Militärputsch bereitet der türkische Staatschef Erdoğan eine weitere Eskalationsstufe gegen die kurdische Befreiungsbewegung vor. Die Debatte um die Wiedereinführung der Todesstrafe zielt vor allem auf das Leben von PKK-Führer Abdullah Öcalan.
Funktionäre der deutschen Regierungsparteien kritisieren die undemokratischen Methoden Erdoğans. Doch die enge Zusammenarbeit Deutschlands mit der Türkei wird dabei nicht in Frage gestellt. Damit macht sich der deutsche Staat zum Mittäter.


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Das letzte große rituelle Ereignis?

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Emotionen pur, dank Ultras

Johann Claussen, Kulturbeauftragter der Ev. Kirche, im Interview:
„Das Interessante beim Fußball ist, dass er das letzte große rituelle Begängnis ist, das es in unserer Gesellschaft gibt. Das gemeinsame Hingehen, dass gemeinsame Sich-Warmsingen, das gemeinsame Mitleiden und Mitfreuen: Nachdem außer an Weihnachten Gottesdienste diese rituelle Funktion nicht mehr haben und nationale Ereignisse auch nicht, ist Fußball das letzte große rituelle Ereignis.“
Quelle: deutschlandfunk.de

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Hohepriester des Stadions


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Grüne Welle für Hildburghausener Faschisten

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Zeitgleich zum Solibri-Festival führten örtliche Faschisten mit 50 Personen eine Demonstration durch. An deren Rande entstanden die hier gezeigten Fotos.

14. Mai 2016. Samstagnachmittag im südthüringischen 12000-Einwohner-Städtchen Hildburghausen. Parteien, Verbände und Kirchen aus der Region luden ein zu einem kostenlosen Musikfestival: „Solibri – für ein solidarisches Miteinander“. Doch die Veranstaltung wurde ein Flop. Sei es aus Angst, Desinteresse oder Ablehnung, kaum jemand folgte der Einladung.

Sieben Tage zuvor versammelten sich am selben Ort 3500 Nazis aus Deutschland und dem benachbarten Ausland zu einem Rechtsrock-Konzert. Zum Gegenprotest kamen 150 Antifaschisten, die ebenfalls aus der ganzen Republik anreisten. Die Südthüringer Antifa hatte aus Furcht vor gewalttätigen Naziübergriffen dazu aufgerufen, sich nicht an diesem Protest zu beteiligen.

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Dieser Redner hetzte gegen Flüchtlinge und warnte vor Zuständen wie in Berlin-Neukölln.

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„Hurra, hurra, die Sachsen, die sind da!“

Ostderby in der 3. Fußball-Liga zwischen FC Magdeburg und Dynamo Dresden

Partien zwischen beiden Klubs gelten auf Grund von Fanrivalitäten, deren Ursprünge ein halbes Menschenleben zurückliegen, als Hochsicherheits- bzw. Risikospiele (https://de.wikipedia.org/wiki/Risikospiel). Entsprechend kurzweilig war das Geschehen am 16. April rund um das Magdeburger Heinz-Krügel-Stadion, wo die Polizei mit 1000 Beamten (plus Reiterstaffel, Wasserwerfer, Hubschrauber und Überwachungsdrohnen) demonstrative Stärke zeigte.

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Übler Grundschulspruch: „Wie kommst du am schnellsten nach Dresden? Steckst den Finger in den Arsch!“

Der Anhang des FC Magdeburg begann den Tag mit einem Fanmarsch zum Stadion. Die Stimmung unter den Bier trinkenden und Anti-Sachsen-Gesänge anstimmenden Blau-Weißen wirkte entspannt, trotz verbotenen Abbrennens von Polenböllern und Bengalos. Die Polizei hielt sich deeskalierend zurück und spielte über ihren Lautsprecherwagen die FCM-Hymne ab.Anders die Situation am Bahnhof Magdeburg-Herrenkrug, dem Treffpunkt der angereisten 1000 Dynamoanhänger. Diese wirkten schwarz gekleidet optisch kaum weniger martialisch wie die anwesenden Berliner Polizisten. Waren anfangs noch Sprechchöre zu hören wie: „Hurra, hurra, die Sachsen, die sind da!“, so wurde später gerufen:„ Wir haben euch was mitgebracht: Hass! Hass! Hass!“  und „A.C.A.B.! Wir vergessen nie!“ Die Polizei zeigte sich unbeeindruckt und zwang den Dynamoanhang zu einem einstündigen Fußmarsch entlang eines Naturschutzgebiets. Weiterlesen

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